Tierschutz

Tierschutzgesetz [121 KB]

Tierquälerei [17 KB]

Auslegung des § 11 Tierschutzgesetz [142 KB]


TierschutzhundeVO

Die Tierschutz-Hunde-Verordnung - Gesetzestext [17 KB]
Was man Hundehalter wissen sollten

Berlin 31. 08. 2001 - Am 1. September 2001 trat in Deutschland die neue "Tierschutz-Hundeverordnung" in Kraft. Sie löste die "Verordnung über das Halten von Hunden im Freien" aus dem Jahr 1974 ab, in der lediglich die Anforderungen an die Anbindhaltung, Zwingerhaltung, die Haltung in Freianlagen, Schuppen, Scheunen und ähnlichen Einrichtungen geregelt wurde. Die neue Verordnung gilt nunmehr für alle Hunde. Sie enthält Vorschriften zum Platzbedarf, zur Fütterung und Pflege, ein Ausstellungsverbot für kupierte Hunde sowie ein Zucht- und Kreuzungsverbot für bestimmte Rassen.

Schärfere Regelungen seit langem überfällig
Seit Jahren hatte der Bund gegen Missbrauch der Tiere auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Hundehaltungsverordnung zu überarbeiten. Sie war in kleinster Weise geeignet, eine artgerechte Haltung zu gewährleisten, da zum Beispiel Zwingerhunden noch nicht einmal ein täglicher Auslauf gewährt werden musste. Erste Versuche, die Hundehaltungsverordnung zu überarbeiten, wurden Anfang der 90er Jahre unternommen. Die Entwürfe verschwanden aber immer wieder in den Schubladen des damaligen Bundeslandwirtschaftsministerium. Erst im Zuge der Diskussion um die sogenannten Kampfunde nahm sich das Ministeriums wieder des Themas an, da der Zusammenhang zwischen nicht artgerechter Haltung und Verhaltensstörungen bis hin zu Aggressivität bei Hunden immer deutlicher wurde.
Die neue Verordnung soll hier Abhilfe schaffen!

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Mindestanforderungen, die nach der Verordnung bei einer Hundehaltung erfüllt sein müssen, in Kurzform zusammengestellt.

Auslauf und Sozialkontakt
Der wohl bedeutsamste Punkt der neuen Verordnung findet sich in § 2 wonach Hunden ausreichend Auslauf und Kontakt zum Menschen gewährt werden muss. Es heißt dort wörtlich :"Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindhaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder zu betreuen hat, zu gewähre . Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen (§ 2 Ziffer 1). Einem einzeln gehaltenen Hund ist täglich mehrmals die Möglichkeit zum länger dauernden Umgang mit Betreuungspersonen zu gewähren, um das Gemeinschaftsbedürfnis des Hundes zu befriedigen (§ 2 Ziffer 3)". Diese wichtige Regelung trägt der Erkenntnis Rechnung, dass Hunde hoch sozialbedürftige Tiere sind, die Kontakt zum Menschen ( und auch zu Artgenossen) brauchen. Verweigert man Hunden diesen wichtigen Sozialkontakt, können schwerwiegende Verhaltensstörungen die Folge sein

Ausstellungsverbot für kupierte Hunde
Das Verbot, Hunden die Ohren und Ruten zu kupieren, wurde in der Vergangenheit immer wieder dadurch unterlaufen, indem die Tiere in das benachbarte Ausland verbracht wurden, wo diese tierquälerischen Manipulationen noch erlaubt sind. Häufig wurden diese Tiere, nachdem sie wieder nach Deutschland eingeführt wurden, auf Zuchtschauen ausgestellt und teilweise auch prämiert. Um dies zukünftig zu verhindern, wird das Ausstellen von so auf das Rassemerkmale zurechtgeschnittener Hunden ab 1. Mai 2002 verboten. Das Ausstellungsverbot gilt nicht, sofern der Eingriff vor dem 1. September 2001 und in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Tierschutzgesetzes in der zum Zeitpunkt des Eingriffs geltenden Fassung vorgenommen wurde.

Massenzuchten weiterhin erlaubt
Erhebliche Tierschutzprobleme wurden in der Vergangenheit immer wieder bei großen Hundezuchtanlagen beobachtet. Häufig kam es vor, dass die Tiere nur unzureichend und durch unqualifiziertes Personal betreut und versorgt wurden. Um solchen Missständen vorzubeugen, müssen zukünftig diejenigen, gewerbsmäßig mit Hunden züchten, sicherstellen, dass für jeweils bis zu zehn Zuchthunde und ihre Welpen eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten gegenüber der zuständigen Behörde nachgewiesen hat. Leider konnten wir uns mit unserer Forderung nach einem Verbot solcher Massenzuchtanlagen nicht durchsetzen, auch die Begrenzung von 10 Hunden je Betreuungsperson erscheint uns viel zu hoch, dennoch kann diese Regelung hilfreich sein, die schlimmsten Missstände in solchen Anlagen zu begegnen.

Im Zuge der Diskussion um die sogenannten Kampfhunde wurde in der Tierschutz-Hunde-Verordnung ein Zuchtverbot für alle die Hunde aufgenommen, die ein übersteigertes Angriffs- und Kampfverhalten aufweisen, das durch artgemäße Signale nicht hinreichend gesteuert wird. Bei Pitbull-Terriern, Staffordshire Bullterriern, American Staffordshire Terriern und Bullterriern sowie Kreuzungen mit diesen Tieren ist nach Auffassung des Ministeriums vom Vorliegen einer derartigen Aggressionssteigerung auszugehen. Die Zucht mit diesen Tieren ist per se verboten.

Grundsätzlich hätte sich der Bund gegen Missbrauch der Tiere eine schärfere Verordnung gewünscht. Noch immer ist es zulässig, Hunde über längere Zeit in Zwingern oder an der Laufkette zu halten. Dabei widerspricht insbesondere die Zwingerhaltung dem Bedürfnis des Tieres nach Auslauf und Sozialkontakt, auch dann, wenn dem Hund täglich Auslauf gewährt wird. Angesichts der Tatsache, dass sich die Motivation zur Haltung eines Hunde in den letzten Jahrzehnten deutlich geändert hat und kaum ein Hund mehr zur Bewachung von Haus und Grundstück gehalten wird, ist es unverständlich, dass die Zwinger- und Anbindhaltung immer noch erlaubt ist.


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